Montag, 28. September 2009

Die Abenteuer nehmen kein Ende!!!

Hallöchen meine Lieben zu Hause!!
Wie geht es euch…haben schon lange nix mehr von ein anderer gehört!! Ich hab nix geschrieben und ihr habt nicht gepostet…so…sind alle gleich schuld…hihi.

Also was ich euch jetzt erzähle, war wahrscheinlich die bester Erfahrung, die ich seit langer Zeit gemacht habe. Es ist nicht zu vergleichen, mit Tierbeobachtungen in Afrika oder Ähnlichem… es war einfach nur der Hammer.

Vorgeschichte:
Paul wollte unbedingt raften gehen…also so auf Wasser, dass nicht nur so dahin plätschert, sondern richtig…also richtig… Meine Meinung dazu: NIIIIEEEEMALS. Das schien mir einfach zu …ich sag mal gefährlich und ich hatte da echt Angst vor. Das Problem, wie bringt man das jemandem bei, der davon so begeister ist und das unbedingt machen möchte? Richtig: gar nicht.
Ursprünglich wollten wir mit dem Brock Outdoor Club fahren, wie die auch eine Fahrt angeboten haben, die allerdings $300 kosten sollte, für einmal raften und den Rest weiß ich nicht wofür. Aus Erfahrungsberichten von Freunden, wusste Paul, dass diese Rafting-Angelegenheit von vorne herein eh schon ziemlich teuer ist. Aus diesem Grund war er auch ziemlich froh, dass er ein anderes Angebot gefunden hat, dass 2Tage Rafting und Unterkunft und Verpflegung beinhaltet hat… für fast den gleichen Preis. Das einzige Problem, war dann nur noch der Transport zum Ottawa River, der gut 6 Stunden von hier weg ist. Es sollte dann ein Mietwagen sein.
Vom ganzen Drama im Vorhinein will ich jetzt gar nicht berichten. Hier nur einige Stichpunkte:
• Wir fahren, brauchen noch einen Mitfahrer, 2 wären sogar besser
• Dennis fährt noch mit
• Mietwagen wäre für uns verfügbar
• Dennis und Sonja fahren mit, perfekt
• 3 Tage am Ottawa sind nicht mehr verfügbar, ist das letzte Wochenende
• Unterkunft ist nicht inklusive
• „Dennis hast du ein Zelt?“
• Wir fahren nicht, so ein scheiß, irgendwelche anderen Ideen?
• Reservierung zum raften in den Wind schießen???
• Ich will aber fahren
• Unterkunft für wenig Geld doch verfügbar
• Raften fest buchen!!!
• Mietwagen anrufen…abholen lassen
• …“ähm warum geht das mit dem Mietwagen nicht?“, „Sie haben keine Versicherung!“, „Und warum sagt das vorher keiner?“
• Raften absagen?
• ……
Das hat sich alles innerhalb von 2 Stunden abgespielt und wir waren bestimmt dreimal kurz davor das Ganze tatsächlich abzublasen. Irgendwie haben wir es dann doch geschafft zu Autovermietung zu kommen und dort ei n Auto zu mieten und endlich loszufahren. Dennis und Sonja sind beides deutsche Austausch- Studenten, die auch gerne über s Wochenende weg wollten. Dennis kannten wir beide schon, Sonja war so ein bisschen Glücksspiel, was sich allerdings bezahlt gemacht hat.
Die Fahrt Richtung Norden zog sich dann durch die Nacht…zum Glück hatte ich mein Kissen eingesteckt und hab im Auto schon mal geschlafen. Nachts um eins sind wir dann endlich angekommen. Anreise ist eigentlich zwischen 17 und 21 Uhr…wir hatten uns also nur LEICHT verspätet.
Empfangen wurden wir dann im Wilderness Tours Resort von einem sehr netten Menschen, der uns noch schnell alles erklärt hat, so von wegen wann Frühstück ist und hat uns dazu noch ein Video gezeigt, von den früheren Rafting Touren. Da ist mein Herz dann nochmal gaaanz weit nach unten gerutscht…dieses Wasser sah echt richtig fies aus…und vor allem so KALT!!!! AHHHHH!!!
Nachdem wir dann unseren Schlüssel zu unserer kleinen Zedern Cabin bekommen haben, sind wir dann durch das Resort gefahren und haben unser kleines Häuschen gesucht, was sich dann als kleine Bude mit Wellblechdach und einer extrem dünnen Holzwand herausstellte. Temperatur innen, sowohl als auch außen: 1-2 C*. In dem Häuschen standen dann nur 2 Betten, eine kleine Couch und ein Besen, sowie ein paar Handtücher. Zum heizen waren diese Dinger also nicht gedacht. Gut dann musste eben gekuschelt werden. Zum Waschen und Zähne putzen mussten wir dann nochmal loszeihen, allerdings nicht ohne vorher auf die kleine Karte zu schauen, die man uns beim einchecken gegeben hat. Der Weg war zum Glück nicht weit…das Campinggefühl wurde dadurch aber nur verstärkt. Auf dem Rückweg mussten Sonja und ich dann durch den stockdusteren Wald laufen, weil die Jungs natürlich schneller waren als wir und die Taschenlampe mitgenommen haben. Aber so ein bisschen Angst und Verwirrung in der Nacht sollen ja ganz gut sein. Ähm …wirklich??! Naja.
Die Nacht wurde dann bestimmt nochmal 3 Grad kälter und ich hab mir tatsächlich fast die Nase abgefroren. Hab ich schon mal erwähnt, wie sehr ich kalte Nasen und Nächte hasse?!! Paul und ich haben dann beide in bestimmt 3-4 Lagen Klamotten geschlafen, plus eine Fliesdecke, plus eine kleinere Wolldecke, die mich mitgenommen hatte, plus 2 Decken, die wir da im Häuschen hatten. Und es war trotzdem kalt. Zum Glück mussten wir nicht allzu lange schlafen (hört sich ja bekloppt an, aber ich war echt froh dass die Nach rum war), weil wir um 9:15 Uhr unser obligatorisches Briefing zum raften hatten. Vorher musste ja noch gefrühstückt werden und wir mussten uns noch in unser Neoprenanzüg quetschen…ja Neoprenanzüge. Frühstück war überraschen gut. Riesig viel Obst, Müsli, Kaffee, Milch, Kakao, Saft und Rührei mit Bacon und Bratkartoffeln. Da konnte man wirklich nicht meckern. Vor allem nach so einer Nacht nicht. Nach dem Frühstück sind wir dann los und haben unsere Gummidinge abgeholt. Es ließ sich schon erahnen, dass das Wasser kalt sein würde. Besonders schön waren die blöden Anzüge ja schon eh nicht, der Clou war aber, dass sie noch teilweise nass waren. Die haben wohl die ganze Nacht draußen gehangen und bei 0 Grad werden die natürlich auch nicht trocken. Aber es half ja alles nix. Dann lieber mit nassem Neopren unterwegs, als nur in Bikini. Das Briefing war dann schon ein kleiner Vorgeschmack, auf was uns da erwarten sollte. Alle waren auf irgendeine Weise besonders gut gelaunt und total aufgedreht. Sharky (heißt eigentlich Matt und ist der Chef Guide von den Trips) hat dann einzeln die Gruppen aufgerufen, die an dem Tag mit aufs Wasser sollten. Meine Truppe hat das eine bisschen verschlafen, so dass ich die einzige war, die laut aufgebrüllt hat, als er uns aufgerufen hat. Bisschen peinlich…aber mein Gott. Nach der Bestandsaufnahe wurden dann noch Dinge geklärt, wie zum Beispiel Kleidung auf dem Wasser, Kameranutzung, wohin man schwimmen soll, wenn man aus dem Boot fällt, usw.
Nach dem Briefing sind wir dann in diese extrem coolen gelben Schulbusse gestiegen und sind einmal quer durchs Land gefahren. Angekommen sind wir dann an einem Haufen Scheunen, die sich als Lager für Paddel, Helme und Schwimmwesten herausstellten. Da musste sich dann jeder jeweils ein Paddel, einen Helm uns eine SCHWIMMWESTE besorgen. Ist ja auch ziemlich klar woll? So ohne Weste aber 2 Paddelt kommt man vielleicht nicht ganz so weit. Nachdem dann alle alles hatten, sind wir lausgelaufen Richtung Fluss.
Ach Moment das Beste hab ich ja noch vergessen. Während der Busfahrt hat mich eine Wespe direkt in den Finger gestochen. Ich war also schon das erste Mal in Tränen ausgebrochen, bevor wir überhaupt ein Boot zu Gesicht bekommen hatten. Mein Tag hat also extrem erfreulich angefangen. Ich war auch schon kurz davor im Bus zu bleiben und das Ganze abzublasen. Aber ich hab mir gedacht: jetzt bist du schon mal hier und hast dich in dieses extrem blöde Gummiding gezwängt, jetzt geht’s auch aufs Wasser.
So wars dann auch. Wir sind dann in unser vorher zugeteiltes Boot gestiegen. Dann gabs nochmal eine Sicherheitseinweisung, so von wegen wie halte ich das Paddel richtig und was tu ich, wenn ich nicht gegen die Strömung anschwimmen kann? Ha na tolle Aussichten. Zu diesem Zeitpunkt war mein Finger schon auf dreifache Größe angeschwollen. Paddelumfassen ging aber glücklicherweise noch ziemlich gut. Dann ging es bald auch schon los. Jedem Boot wurde sein Guide für den Tag vorgestellt, die dann immer mit lautem Beifall begrüßt wurden. Das lief dann ungefähr so: „Boot 3 mit XYZ, Boot 2 mit ABC und Boot 1….ihr seid ohne Guide. Schön, dass wir in Boot 1 saßen. Stellte sich aber später heraus, dass wir mit Sharky fuhren, der sich als der allergeilste Guide überhaupt entpuppte. Nach einigen Paddelübungen (müssen ja alle im Gleichtakt paddeln, sonst funzt das alles nicht) und Einweisung, was tu ich, wenn das Wasser zu wild wird (dann müssen nämlich alle die Paddelhoch nehmen und sich auf den Boden des Raftes setzen, statt auf den Rand.
Die ersten Stromschnellen, waren schnell erreicht und wir durften erst mal aussteigen, weil immer ein Teil der Guides an Land sichern, währen der Rest durch fährt. Und wir durften eben erst einmal gucken gehen. Und was ich da gesehen hab, hat mir erst mal gar nicht gefallen!!! OH mein Gott. Diese Stromschnellen waren der Hammer. Wer Lust hat, kann hier ja mal reinschauen!!:
http://www.youtube.com/watch?v=xovirKWSgQw&feature=related
Das Video repräsentiert eigentlich ziemlich gut, was wir den ganzen Tag auf dem Wasser so getrieben haben. Und die Stromschnellen im Film haben wir auch alle gemacht.
So wo war ich …ach also nachdem wir dann zugeschaut hatten, durften wir auch endlich auf die Boote und uns den Fluss runter stürzen. Meine Angst hat sich mittlerweile eher in Aufregung gewandelt und ich hab mich zu dem Zeitpunkt auch eher auf das gefreut, was da auf uns zu kam.
Natürlich sind wir nicht den ganzen Tag durch irgendwelche Stromschnellen gefahren, das wäre ziemlich anstrengend geworden. Zwischendrin mussten wir immer mal wieder durch ganz normale Teile des Flusses, die gar keine Strömung hatten. Auf diesen Stücken war dann auch zeit unseren Guide Sharky und den Rest unseres Bootes ein bisschen besser kennen zu lernen. Die anderen waren alles eine Gruppe, irgendwelche Physiotherapeuten oder Osteopathen Studenten, die einen Ausflug machten. Wir hatten extrem Glück, nicht nur mit Sharky, sondern auch mit denen. Der ganze Tag war eine einzige Spaßveranstaltung und ich hab selten so gelacht. An den Stromschnellen, gings dann natürlich wieder etwas anders zu, da haben sich dann alle konzentriert. Die einen hofften, dass sie nicht aus dem Boot fallen, die anderen haben fast darum gebettelt. Bezeichnend dafür war eine der letzten Stromschnellen, an der wir einige Zeit verbracht haben, weil wir immer wieder hineingefahren sind und versucht haben die entstehende Welle zu reiten. Mit einem Rafting- Boot jawohl. Ich weiß leider nicht wie das genau funktioniert, ich weiß nur, dass man dabei furchtbar nass wird. Auf jeden Fall hat Sharky uns vorher beigebracht, wie man das Boot rettet, sollte es einmal in extreme Seitenlage geraten. Dann muss nämlich die eine Seite des Bootes auf die andre Seite rüber, um das Gewicht auszugleichen. Ich hab erst gar nicht kapiert, worum es dabei ging, erst als wir schon fast mitten in der Welle waren wurde klar, was Sharky vor hatte. Er hat das Boot so gedreht, dass die rechte Seite direkt in der Welle hin und mit Wasser voll lief. Dabei bekamen wir natürlich erheblich Schlagseite nach rechts und dann gab es das Kommando alle nach Rechts… wie jetzt? Recht? Aber das heißt doch…. GANZ genau. Er hat das Boot absichtlich kentern lassen, weil alle so geil drauf waren. Ich hatte furchtbaren Schiss aber im Endeffekt war es die absolut geilste Aktion des Tages. So schnell wie das alles ging, konnte ich gar nicht gucken oder reagieren und mich beschweren, aber das war auch gar nicht nötig.
Am Ende des Tages bin ich 5-mal ins Wasser gefallen, oder öfter, wobei 2 Mal absichtlich waren, der Rest war mehr oder weniger meine eigene Dummheit. Außerdem bin ich von einem 22 Fuß hohen Stein direkt in die Strömung gesprungen (und ich musste mich echt überwinden!!!), hab gelacht bis zum Umfallen und wahrscheinlich einen der geilsten Tage überhaupt erlebt.
Die Frage nach der Wassertemperatur lässt sich noch ganz leicht beantworten: es war wärmer als die Luft. Im Wasser war mir immer sehr schön warm, auch wegen dem Anzug, draußen hab ich allerdings oft gefroren, wegen dem Wind, deswegen war das ins Wasser fallen auch überhaupt nicht schlimm!!!

So das war jetzt das Megaerlebniss in Kurzform, ich hab einiges weggelassen, wie les mal wieder den Rahmen sprengen würde, und ich auch keine Lust mehr hab alles aufzuschreiben. Ich sitz hier immerhin schon fast 3 Stunden.

Das wars erst mal wieder…
Ganz liebe grüße nach Hause, ihr fehlt mir
franzi

3 Kommentare:

  1. Hört sich ja echt toll an und sehr amüsant geschrieben, Franzi! Ich habe laut gelacht :)
    Vielleicht kann ich ja nächstes Jahr die Frühjahrssaison noch mitnehmen, als ich in Kroatien raften war, war es ja eher unspektakulär.
    Liebe Grüße,
    Anna-Maria

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  2. neinneinnein - also ich bin ja auch für viele Dinge zu haben - aber das wär glaube ich nichts für mich.
    Ich ziehe meinen Hut vor Dir, dass Du sowas mitgemacht hast. Mit dem Hut kann ich dann direkt für Dich sammeln, solltest Du das nächste dieser Abenteuer nicht überleben. Irgendwann ist auch Deine Glücksfee mal in Urlaub. Aber jetzt sag mal - was mich seeeeeehr interessiert - ich dachte, Du bist zum studieren dort - irgendwie habe ich den Eindruck, Du machst dort nur Urlaub???

    :o) Liebe Grüße

    Mattes

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  3. ha ich glaube das wäre genau das richtige für dich. frag mal paul, was ich für einen Schiß hatte. aber man hat ja nen erfahrenen guide dabei u d der lenkt einen ja erst mal durch alles durch. und überhaupt...bei der ganzen sache ging es drum ins wasser zu fallen und richtig nass zu werden!

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