Sonntag, 6. September 2009

Viel passiert, viel passiert…

Hallo ihr Lieben zu Hause,
wie geht’s euch? Bei mir ist immer noch alles in bester Ordnung. Das Wetter ist immer noch der absolute Traum. Für die jenigen, die es noch nicht mitbekommen haben: konstante 24 Grad und schönster Sonnenschein, den ganzen Tag über. Zwischendrin mit angenehmer Brise.
Tja die beste Nachricht zu erst: ich hab endlich eine Wohnung gefunden. Wobei endlich die falsche Formulierung ist. Die ersten beiden Wohnungen, die ich mir angeschaut habe waren beide ganz nett. Die eine mehr als die andere, aber das ist ja egal. Naja die nächsten Anschauungstermine konnte ich erst am Mittwochabend vereinbaren. Zum einen, weil die Vermieter erst aus Richtung Toronto anreisen mussten und zum anderen, weil die andere Vermieterin erst am Mittwochvormittag zurückgerufen hat, um einen Termin auszumachen.
Da wir also am Mittwoch nichts zu tun hatten, also was wichtig gewesen wäre, haben wir uns auf den Weg gemacht und haben die Umgebung um St. Catharines ein wenig angeschaut. Wir sind Richtung Osten gefahren und wollten uns denn Welland Canal angesehen. Hier passieren riesig große Frachtschiffe, um in den Atlantik zu kommen. Der Kanal wurde angelegt, um eine direkte Verbindung zwischen den großen Seen Nordamerikas und dem Atlantischen Ozean zu schaffen. Das Ganze wird auch St. Lorenz-Seeweg genannt. Das Interessante an der ganzen Geschichte ist, dass die Schiffe einen Höhenunterschied von ungefähr 100m überwinden müssen. So nun aber genug der Erzählstunde…Mensch. Ist ja schlimm. Also, nachdem wir dann einige Schleusen angeschaut haben und glücklicherweise ein Schiff bei der Ausfahrt aus einer Schleuse beobachten konnten, sind wir weiter gefahren und haben uns das schöne Städtchen Niagara-on-the-Lake angeguckt. Die Fahrt dahin hat schon gefühlte 2 Stunden gedauert, obwohl es nur ungefähr 30 km waren… die Aussicht war aber sehr nett. Links und rechts standen immer wieder die absoluten Traumhäuser (architektonisch gesehen). Das große Manko dieser Häuser ist nur, dass sie an einem unmöglichen Ort stehen. Direkt an einer sehr befahrenen Straße, ohne Sichtschutz, Zaun oder Ähnlichem. Ist eigentlich ziemlich schade um die schönen Häuser, aber es schein hier gar nicht so schlimm zu sein, da viele Häuser einfach direkt an die Hauptstraße gepflastert werden.
Ach und auf der Straße klebend hab ich dann auch mein erstes wildes Stinktier gesehen. Tot natürlich. Auf der Rückfahrt gabs dann den ersten Waschbären gleich dazu.
Niagara-on-the-Lake hat eine extrem niedliche und alte Innenstadt, welche mit viel Liebe zum Detail und noch mehr Blumen hergerichtet wurde. Touristisch gesehen natürlich sehr interessant, dementsprechend aber auch sehr voll. Nachdem wir die Hauptstraße einmal rauf und wieder runter gelaufen sind und zwischendrin englische Scones und einen Hut für Papa gekauft haben, sowie dem Weihnachtsshopping verfallen sind und noch eine kleine Lunchpause eingelegt haben, sind wir dann in unser Auto gestiegen, um nach Fort George zu suchen. Auf der Suche haben wir dann noch einen kleinen Park entdeckt, der direkt an der Mündung des Niagara (Fluss) liegt. Von dort konnte man praktisch in die Vereinigten Staaten spucken. Wir wollten es zuerst auch nicht glauben, aber wir standen direkt an der Grenze zwischen Kanada und den USA. Es ist eben doch alles nur einen Katzensprung entfernt, WENN man ein Auto hat!!!! Nach der Erkenntnis des Tages sind wir dann endlich wieder weiter gefahren und haben eine kleine unfreiwillige Runde um das Fort George gedreht, bis wir endlich die Einfahrt gefunden hatten (diese lag ungefähr 500m hinter unserem ursprünglichen Parkplatz auf der Hauptstraße!! Man hätte sich also nur einmal kurz umdrehen müssen!!). Auf dem Parkplatz musste dann, wie überall, eine Parkgebühr an einem Parkautomaten gezahlt werden, nur das hier das Minimum bei $6 lag. Also gut 4€. Papa aht sich fest vorgenommen hier alles fest nach Vorschrift zu machen: nicht zu schnell fahren, nicht falsch parken, keine gelben Linien überfahren (obwohl das hat er schon nach 5 Min. aufgegeben, weil total schwachsinnig!!), solche Sachen eben. Tja und deswegen standen wir dann auch bestimmt 10 Min. vor diesem blöden Automaten, weil uns $6 doch etwas viel vorkamen und wir leider nicht genug Kleingeld hatten, der Automat keine Scheine nimmt und weil die Kreditkarte auch nicht funktioniert hat. Irgendwann haben wir es dann doch aufgegeben unsere Parkgebühr zu bezahlen und sind losgezogen, das Fort George zu erobern.
Fort George ist ein originalgetreu, wiedererrichtetes Fort von 1780 + einige Jahre, das irgendwann mal von den Amerikanern niedergebrannt wurde, und wieder aufgebaut wurde und wieder kaputt ging, etc. Auf jeden Fall werden einige interessante Sachen, wie Unterkünfte, Küche, Schmied, Schießpulverlager und ähnliches gezeigt und zwischendrin laufen die ganze Zeit verkleidete Leute rum, die dir was erzählen können und möchten. Zusätzlich gab es dann noch eine kleine Schießvorführung, wo 2 Typen in englischen Uniformen (Rotröcke, für die jenigen, die sich in der Materie ein bisschen auskennen oder zumindest „Der Patriot“ geschaut haben ;-) ) in Richtung Himmel geballert haben. Mit alten Waffen versteht sich und alles im Gleichschritt und so. Sah sehr lustig aus. Natürlich waren da jetzt nicht so viele Leute, weil die meisten einfach nur an der einen Hauptstraße kleben bleiben, aber mir hat es sehr gut gefallen.
Nachdem wir in Fort George dann den Strafzettel für Parken ohne gültiges Ticket….ach quatsch war nur Spaß!!!...also nachdem wir da fertig geschaut haben und uns wieder ins Auto gesetzt haben, sind wir dann Richtung nach Hause gefahren. Im Hotel haben wir dann ein bisschen Mittagsschlaf oder Nachmittagsruhe gemacht….war aber auch dringend mal nötig…den ganzen Tag Sonne und rumlaufen ist schon ganz schön anstrengend….
Nach dem Ausspannen sind wir dann endlich mal wieder losgezogen, um uns einige Wohnungen anzuschauen. Zu meiner eigenen Überraschung, hab ich es irgendwie hinbekommen diverse Treffen auf 7:30pm, 8:00pm und einen auf Abruf zu legen, so dass wir in kürzester Zeit alles anschauen konnten. Um 7:30 haben wir uns mit einem Ehepaar getroffen, dass ei nganzes Haus voller Studentinnen besitzt und da noch ein Zimmer zu verm ieten hat. Nora hatte mir die Nummer gegeben. Sie hatte sich die Wohnung vorher angeschaut, war aber wohl nicht das Richtige für sie. Nun ja…also das Haus war sehr schön, viele Zimmer, nette Küche, viel gemeinschaftlicher Raum, alles was man so braucht. Die Vermieter sind auch sehr nett und die Mädels, die da wohnen scheinen auch sehr umgänglich zu sein. Und das Beste: sie sind totale Halloween-Fans… Ja ich hab mich dann für die Wohnung entschieden… Zu den anderen Wohnungen bin ich nach dem ersten Termin gar nicht mehr hingefahren, weil es schon die perfekte Lösung war. Bisschen schlachtes gewissen hatte ich dann schon, dass ich bei den anderen nicht mehr aufgetaucht bin, aber was solls. Die Leute wird ich im Leben nicht treffen und im Dezember bin ich eh wieder weg…. Tja das ist also das Wohnungs-Happy- End. Damit sind dann alle wichtigen Dinge vor Uni-Beginn erledigt und ich kann mich noch auf die paar Tage mit meinem Paps freuen.
Donnerstag war dann also der wirklich freie Tag und wir konnten praktisch anstellen, was wir wollten. Naja fast, den nich wollte gerne noch mal zur Uni fahren, um nach gebrauchten Büchern zu schauen. Im Internet hab ich gesehen, dass einige meiner Profs gerne Bücher verkaufen möchten, die über $150 kosten… so ein Schwachsinn wirklich. Und das für 4 Monate. Deswegen wollte ich versuche nschon einige günstiger zu bekommen. Problem ist nur, dass die gebrauchten Bücher erst ab dem 10. September verkauft werden, bzw. dann fängt der Unibuchladen an diese zurückzulaufen . Das war dann der Satz mit X. Also fast. Ich bin dann noch ein bisschen durch die Textilabteilung des Shops getigert und hab meinen offiziellen BROCK Pulli gekauft. Steht sogar meine Fakultät drauf. Das Ding werd ich hüten, wie ein rohes Ei!! Nachdem wir dann erfolgreich meinen Pulli erstanden hatten, hab ich festgestellt, dass ich die vergangenen Tage mit nichts, als euros durch die Welt gelaufen bin. Kam mir dann doch ein bisschen komsich vor und daraufhin sind wir mal wieder i nSt. Catharines Innenstadt gefahren, um mal wieder festzustellen, dass kein Mensch sich dort aufhält, und um eine Bank zu suchen. Weil ich noch keine Pin für meine Kreditkarte hab, musste ich ein Institut finden, dass auch maestro Karten akzeptiert. Gar nicht so leicht. Schon in der Uni musste ich feststellen ,dass ich dort wohl eher Schwierigkeiten mit dieser Karte haben werde. Die Bank of Montreal (schönen Gruß an AMaria an dieser Stelle) war dann die erste, die meine Karte akzeptierte und ich hab natürlich gleich zu geschlagen. Jetzt bin ich also auch endlich liquide.
So nach dem Banken und Uni Spaziergang sind Paps und ich dann losgezogen, um das Städtchen Kitchener-Waterloo zu besuchen. Dort gibt es einen tollen Farmers Market mit Beteiligung der Mennoniten. Das sind die, mit den tollen Bärten, den lustigen Hüten und den altmodischen Kleidern. Die, die so aussehen, also ob aus einer Folge „Dr. Quinn“ entsprungen. Der Weg nach Kitchener war zum Glück leicht gefunden (ein Hoch auf unser Navi!), die Länge der Strecke hab ich allerdings maßlos unterschätzt. Wenn man hier irgendwo hin will, bzw. von St. Catharines aus startet, muss man bestimmt eine Stunde oder mehr einplanen, bevor man irgendwo hinkommt. Das Land ist eben doch um EINIGES größer als good old Germany. Der Farmers Market in Kitchener, war dann sehr interessant. Zuerst sah es so aus, wie auf einem Wochenmarkt auf Mallorca. Überall Stände mit Kleidung, Sonnenbrillen und lauter merkwürdiges Zeug. Natürlich gab es auch so Sachen wie Honig und solche Dinge zu erstehen. Besonders schön wurde es, als wir die geschlossene Markthalle erreichten. Hier wurde auf minimalstem Platz, extrem viel verkauft.
Fleisch, Wurst, Käse, Gebäck, Brot, Blumen, Tee….alles was man will. Zwischendrin gab es immer wieder Stände der Mennoniten, was dem ganzen so einen exotischen Touch verlieh. Gekauft haben wir dann 4 Megazimtschnecken, die nicht nur extrem lecker nach frischem Zimt rochen, sondern auch saugut schmeckten. Leider waren sie auch ziemlich abfüllend ;-). Als wir dann auf der anderen Seite der Markthalle rausgingen, standen wir auf einem vollkommen anderen Markt. Um uns herum nur Obst und Gemüse. Die tollsten Sachen. Nichts wirklich exotisches, aber alles, was die Felder um diese Jahreszeit eben so hergeben. Papa hat schon gesagt: „Gäbe es so einen Markt bei uns, würde ich hier immer mein Obst kaufen“. Recht hat’er. Nach dem Markt gings dann noch in die Outlet Mall, die direkt gegenüber dem Markgelände gebaut wurde. Wie praktisch, ich weiß. Aber nein ich hab nix gekauft (hab in nix reingepasst, so dass es mir gefallen hab. Paps hat sich 2 Hosen für nen Appel und ein Ei gekauft. Gute Levis Jeans für $21 (um die 15€….muss ich mehr sagen?). Mit erstandener Ware haben wir usn dann auf den Heimweg gemacht, der gefühlt mal wieder 10 Std. gedauert hat, aber nur eine halbe Stunde länger, als das Navi berechnet hat. Grund für diese ewige Zeit, sind diverse Staus. Autobahnen sind einfach völlig überlastet und zu Paps und meiner Schande muss ich gestehen, dass wir immer im Berufsverkehr unterwegs sind. Also eigentlich unsere Schuld.
Der schöne Tag wurde dann durch ein sehr schönes Dinner im Lakeview Restaurant beendet. Gekocht wurde mediterran, getrunken wurde Chlorwasser. Aber das ist hier so, keine Panik. Leider konnten wir nicht mehr draußen sitzen, das wäre erstens zu kalt geworden und zweitens auch sehr dunkel. Problem war nur, dass es drinnen dank AC noch kälter war und die Beleuchtung auch etwas dämmerig. Aber das tat dem ganzen keinen Abbruch. Das Essen war extrem lecker und der Nachtisch zum reinsetzen (Crème Brulée und 3erlei Mousse). Nach dem Essen sind wir dann zu Hause ins Bett gefallen….so und jetzt ist der Blogeintrag nun wirklich schon lang genug…nächste Nachricht gibt’s …demnächst :o).
Ganz liebe Grüße….bis dann, freu mich auf eure Kommentare!!
franzi

2 Kommentare:

  1. Hallo Franzi,
    also ich wundere mich echt über unseren Paps - seit wann ist der denn so anständig im Verkehr? Oder hat er Angst die lassen ihn dann nicht wieder zurück nach Hause? :o)
    Ich glaube für mich wäre echt das schlimmste die Geschwindigkeitsbegrenzung von 55 Meilen - oder gilt die nur in den USA? Ist schon komisch, eigentlich sollte man ja meinen, dass in Amerika mit den riesigen Straßen und Highways und der einheitlichen Geschwindigkeit Staus kein Thema sein sollten - offensichtlich falsch.
    Dass Du immer gut auf Deine Ernährung achtest (ich habe NICHT gesagt auf gesunde!), ist ja nix Neues - aber ich bin froh wenn es Dir gut geht (ICH WILL AUCH SO EINEN NACHTISCH!) Der Mixer ist übrigens so geil, ich überlege dauernd was man alles damit rühren kann.
    Und überhaupt - ich vermisse Dich :o( Pass gut auf Dich auf, Schwesterchen.

    Liebe Grüße - auch an Paps
    Mattes

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  2. Kind deine finger müssen 2,5 mm kürzer sein.
    Wie lange brauchst du um so eine Abhandlung zu schreiben? Bin gespannt auf euren nächsten Ausflug. Wann verläßt du denn dein gastliches Hotel und ziehst in deine Wohnung? Kann ich zur Einweihungsparty kommen
    AC

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